Almut-Maie Fingerle, Konzertsängerin

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Dirmstein

 

RHEINPFALZ, Mittwoch, 23. Juni 2004


PREMIERE MIT ITALIENISCHEM BAROCK

 Con Voce Festiva konzertiert in Dirmsteiner Kirche

 


 VON UNSEREM MITARBEITER LOTHAR MESSMER


  

   Erstmals fand am Samstagabend im protestantischen Teil der Dirmsteiner St. Laurentius-Kirche ein Konzert mit italienischer Barockmusik statt. Das Trio Con Voce festiva – Almut-Maie Fingerle (Sopran,) Egbert Lewark (Trompete) und Wolfgang Portugall (Orgel) – in wechselnder Besetzung musizierend – brachte Werke des ersten Hauptmeisters der „Neapolitanischen Schule“, Alessandro Scarlatti, des bedeutenden Violinisten Antonio Vivaldi, des im frühbarocken Stil komponierenden Kapellmeisters Alessandro Grandi, des an San Marco in Venedig wirkenden Kapellmeisters Claudio Monteverdi und des Bologneser Domenico Gabrielli zu Gehör.

   Dabei bot sich den knapp 40 Zuhörern ein erfreuliches, homogenes, überwiegend festlich gestimmtes Hörerlebnis aus der Glanzzeit dieser musikalischen Epoche. Die samtne Stimme der Sopranistin Almut-Maie Fingerle gefiel in den Scarlatti-Beiträgen durch delikate Zwiesprache mit dem in dezenten Verzierungen dun Trillern schwelgenden einfühlsamen Trompeten-Ton und durch ihre koloraturensichere, geschmeidig formende

 

Art des Vortrags bei Monteverdi und dem von ihm beeinflussten Grandi. Ihrem ausdrucksvoll gestalteten Part im „Domine Deus“ aus dem berühmten Vivaldi-Gloria hätte man sich allerdings die im Original vorgesehene Oboe als Partner gewünscht. Der Trompete fehlt doch – und mag sie noch so schön gespielt sein – die einschmeichelnde Grazie.

   Der Trompeter Egbert Lewark glänzte in der Sonata Nr. 4 D-Dur von Gabrielli vor allem durch brillante Figurationen, profilierte Rhythmik und eine makellose Höhe. Wolfgang Portugall assistierte ihm der Sängerin sehr aufmerksam und absolut souverän.

   Solistische Bravour zeigte er in einem Capriccio und einer Toccata des ersten italienischen Orgel-Großmeisters Girolamo Frescobaldi, in der „Sonata cromatica“ des hierzulande völlig unbekannten Guilo Cesare Aresti, ferner in der viersätzigen Sonata D-Dur Nr. 1 des in Bamberg und Würzburg tätigen Kammer-Virtuosen Benedetto Platti.

   In vorbildlicher Gliederung und Phrasierung, präziser Figuration wurden der thematische und harmonische Farbenreichtum und – gut durchhörbar – das Stimmengeflecht der Frescobaldi - Ausschnitte freigelegt, die Ruhe der etwas eigenwilligen,“Sonata cromatica „ausgelotet, die festlich auftrumpfende, rauschhafte Thematik der Platti-Sonate agogisch einleuchtend, vital zupackend und fein registriert realisiert. Die Orgel erstrahlte in ungewohntem Glanz.

   Wegen einer Indisposition der Sopranistin musste ein Werk von Alessandro Melani ausfallen. Stattdessen nahm man eine “Anleihe“ bei dem „Außenseiter“ Georg Friedrich Händel und spielte in herzergreifender maniereine prächtige fünfsätzige Suite für Trompete und Orgel zum krönenden Abschluss.

   Ein Versuch, zwar vor kleinem Zuhörerkreis, der es aber wert ist, fortgesetzt zu werden, zumal die Kirche eine hervorragende Akustik besitzt.

 

 

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