Liebst du um Schönheit

Barbara Strozzi & Clara Schumann

Liebst du

Liebst du um Schönheit, o nicht mich liebe!
Liebe die Sonne, sie trägt Dein goldnes Haar!

Liebst du um Jugend, o nicht mich liebe!
Liebe der Frühling, der jung ist jedes Jahr!

Liebst du um Schätze, o nicht mich liebe!
Liebe die Meerfrau, sie hat viel Perlen klar!

Liebst du um Liebe, o ja, mich liebe!
Liebe mich immer, dich lieb' ich immerdar.

Text von Friedrich Rückert
Melodie komponiert von Clara Schumann

Clara Schumann

 

Kennen Sie Komponistinnen? – Vielleicht Clara Schumann und Fanny Mendelsohn, sonst  fallen einem aus dem Männer dominierten 17. Jahrhundert auf Anhieb aber keine Namen ein.

 

Barbara Strozzi gehört zu den wenigen bekannteren weiblichen Komponistinnen des Barockzeitalters. Am 6. August 1619 wurde sie als uneheliche Tochter Isabella Garzonis, Hausangestellte und Geliebte Giulio Strozzis, in Venedig geboren. Giulio Strozzi, Intellektueller und Literat, der Libretti für Claudio Monteverdi und Francesco Cavalli schrieb, adoptierte Barbara und ermöglichte ihr eine exzellente musikalische Ausbildung.

Außergewöhnlich erscheint das Leben der alle Konventionen sprengenden venezianischen Sängerin, Musikerin und Komponistin Barbara Strozzi, die nicht nur eine musikalisch hochbegabte, sondern auch eine ausgesprochen selbstbewusste Frau gewesen sein muss, die vier Kinder alleine groß zog.

In Venedig war sie besonders für ihre musikalisch-literarischen Abende berühmt. Dort, außerhalb musikalischer Institutionen im privaten Kreis, trug sie eigene Arien, Cantaten und Lamenti vor, die das Thema der Liebe umkreisten. Die Arien gehen auf venezianische Volkslieder zurück, die Cantaten zeichnen sich im Wechsel von Arioso und Rezitativen durch vielfältige Stimmungen aus. Absteigende Melodik expressiver Lamenti zeigt die Vermischung von Orient und Okzident .

Berühmt wurde sie als hervorragende Sängerin "virtuosissima cantatrice",  die vor allem bei den Treffen der Accademia degli Unisoni, die im Hause ihres Vaters stattfanden, sang.

Im Alter von 25 Jahren veröffentlichte sie ihr erstes Werk Il 1° libro de Madrigali a 2-5 voci, das sie Vittoria della Rovere widmete. Bis 1664 publizierte sie weitere 6 Werke. Andere Kompositionen Strozzis existieren als Handschriften oder in Anthologien des 17. Jahrhunderts. 1664 starb sie in Venedig.

 

Clara Schumann, Tochter des Klavierpädagogen F. Wieck, geboren 1819 in Leipzig unternahm schon als 13jährige Konzertreisen.

Seit 1830, ihrem elftem Lebensjahr, wurde sie von Robert Schumann (geb. 8. 6. 1810) gefördert, den sie 1840 - nach vielen Schwierigkeiten mit dem Vater - heiratete.

Die Ehe mit Robert Schumann war eine sehr glückliche, harmonische Künstler-Ehe in der 7 Kinder auf die Welt kamen. Weiterhin unternahm sie Konzertreisen, spielte Klavier und komponiert. Eine besonders innige lebenslange Freundschaft verband sie mit Johannes Brahms. Sie lernte den 14 Jahre jüngeren Johannes Brahms 3 Jahre vor dem Tod ihres Ehemannes Schumann kennen. Schumann erkannte das Genie von Brahms und schrieb einen begeisterten Artikel über das damals 20jährige Talent. Es entstand eine Freundschaft zu Clara und Robert Schumann, welche den Tod Robert Schumanns 1856 überdauern sollte.

Johannes Brahms half Clara Schumann über die schlimme Zeit des Sterbens und des Todes ihres Mannes hinweg und besuchte gemeinsam den Sterbenden mit ihr. Nach dem Tode von Robert Schumann reisten sie zusammen in die Schweiz. 1957 nimmt Brahms jedoch eine Stellung in Detmold an und verlässt Clara Schumann.

Ein Leben lang war Clara Schumann war für Brahms die wichtigste Frau. Dieser hat sie immer finanziell unterstützt. Als er von ihrem schlechten Gesundheitszustand hörte, reiste Brahms sofort nach Frankfurt. Doch er kam zu spät. Clara Schumann starb am 21. Mai 1896 in Frankfurt am Main.

Brahms setzt sich an den verwaisten Flügel und zelebrierte eine Totenfeier. Er komponierte die "vier ernsten Gesänge" als Nachruf auf Clara. Als er nach drei Tagen zurückkehrt, ist er ein gebrochener, todkranker Mann. Am 3. April 1897 stirbt auch Johannes Brahms.

Barbara Strozzi

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