Spätromantische Ave Marienvertonungen für Sopran und Orgel

Die Auswahl der romantischen Werken französischer Komponisten kreist um den Lob und Preis Marias.

Vertonungen des Mariengebetes „Ave Maria“ und Texte zur Ehre Marias gibt es in großer Anzahl,

nicht nur die immer gewünschte Version von Gounod, auf der Basis von einem Bach-Präludium.

Die Liebe für französische Musik lässt sich durch das Französisch-Studium der beiden Künstler erklären.

Beide haben ein Jahr in Frankreich gelebt, dort Musik gemacht und sich ein Gefühl für diese Musik erworben.

 

 

Der Organist: Dr. Stephan Aufenanger

Promotion im Fach Musikwissenschaft   Studium an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Heidelberg-Mannheim Schulmusik und Orgel, an der Universität Mannheim Französisch und Pädagogik. Seit einigen Jahren konzertiert er regelmäßig und ist als Begleiter, Continuospieler mit verschiedenen Ensembles für Alte Musik und solistisch an der Orgel zu hören.

 

Ave Maria

 

Ave Maria gratia plena

Dominus tecum benedicta tu
in mulieribus et benedictus
fructus ventris tui Jesus.
 
Sancta Maria
[Mater Dei]1 ora pro nobis,
nobis peccatoribus
nunc et in hora mortis nostrae.
 
Übersetzung "Ave Maria"
 
Gegrüßet seist du, Maria, (du bist) voll der Gnade,
der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit (gesegnet)
unter den Frauen, und gebenedeit ist
die Frucht deines Leibes, Jesus.
 
Heilige Maria, 
Mutter Gottes, bitte für uns
(für uns) Sünder
jetzt und in der Stunde unseres Todes.
Amen.
 
Erläuterung:
Die erste Hälfte dieses Textes ist der Gruß der Elisabeth, als ihre (nahe) Verwandte Maria 
nach der Verkündigung der Geburt Jesu zu Besuch kommt (vgl. Lk 1). 
Beide Teile des Textes werden in vielen Kirchen beim Rosenkranz gebetet. 
Er zählt zu den Grundgebeten der katholischen (= alle umfassenden) christlichen Kirche.
Übersetzung nach Gotteslob. Kath. Gesang- und Gebetbuch:
 
© Thomas Schek, Freinsheim (für die Übersetzung der lateinischen Texte Danke)

 

Die Komponisten

 

Jehan Alain (1911-1940)

Seine Orgelkompositionen fußen auf der traditionellen. Kontrapunktik, Farbgebung,

Figuration und Rhythmik und schlossen sich zeitgenössischen Mustern an.

Am bekannteste sind seine „Litaneien“, er schrieb viele Orgelwerke,

welche den Orgelstil dieser Zeit sehr beeinflusst haben.

 

Théodore Dubois (1837-1924)

Seine Oratorien „Die sieben Worte Christi“ und „Das verlorene Paradies“

zählen zu den Spitzenleistungen der französischen Oratorienliteratur des 19. Jahrhunderts.

 

César Franck (1822-1890)

Zu seinen Lebzeiten wurden seine Werke als langweilig empfunden. Diese zeichnen sich durch die zyklische Form,

die dasselbe Thema und Motiv in allen Sätzen wiederholten, die chromatische Durchsetzung

und den in ständig wechselnden Farben aufgestellten Klang ohne dramatische Auseinandersetzung aus. 

Heute gelten seine Werke als Vorstufe des instrumentalen Impressionismus..

Sein Werk bildet für die franz. Musik den Höhepunkt ihrer romantischen Epoche

 

Jean Langlais (1907-1991)

Der seit seiner Kindheit blinde Organist schrieb eine Vielzahl von Werken, darunter geistliche,

instrumentale und vokale. Häufig aufgeführt wird seine Missa in Simplicitate, Hauptsächlich ist er

jedoch für seine Orgelwerke bekannt.

 

Camille Saint –Saëns  (1835-1921)

All seine Werke zeichnen sich durch ihr meisterhaftes Konzert, formale Strenge und Eleganz des Klanglichen

wie Melodischen aus. Saint –Saëns  war der musikalischen Tradition Frankreichs, sowie dem Erbe

Johann Sebastian Bachs, W.A. Mozarts und Ludwig van Beethoven stark verbunden.

 

Louis Vierne (1870-1937)

Das Werk Viernes, stilistisch u. a. von Fauré beeinflusst, trug zur Vertiefung und Ausgestaltung der

französischen Organistik des 20. Jahrhunderts bei. Er ist meist nur für  seine vielen Orgelkompositionen bekannt.

 

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