Almut-Maie Fingerle, Konzertsängerin

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Rhein Main Presse Wonnegau, Mittwoch, 21. Mai 2003


Wenn Gospel auf die Klassik trifft...

"Gospel meets Classic" präsentiert nicht gekannte Mixtur mit fließenden Übergängen

 

Von unserem
Mitarbeiter
Christian Hoffmann


WESTHOFEN - Die Musik-geschichte vom Mittelalter bis in die Gegenwart lässt sich schön in unzählige Zeitkategorien und Gattungen einteilen. Für ein gewagtes Projekt stehe da die Musiker von "Gospel meets Classic". In der evangelischen Kirche in Westhofen starteten Almut-Maie Fingerle (Gesang), Gabriela Glaser-Mills (Gesang), Kirsten Kohlmann (Querflöte), Randall Taylor (Gesang, Keyboard) und Stephan Aufenanger (Orgel) den Versuch, schwarzen Gospel mit traditionell klassischer Musik "zu kreuzen". Neu in dem Programm, das die Gemeinsamkeiten von europäischer Klassik und afroamerikanischem Gospel hörbar und erfahrbar machen soll: Die fließenden Übergänge bei der Verbindung von spirituellen Gospel-Gesängen und Melodien der Klassik, wodurch dem Hörer eine noch nicht gekannte Mixtur als revolutionäres Novum zu Ohren kam.

Als Einleitung brachten Gabriela Glaser-Mills und Randal Taylor das Stück "Lord, lift us up" zu Gehör. Es ist eine sehr poppige Midtempo-Nummer, die auch oft im Radio zu hören ist. In der evangelischen Kirche erfuhr das Stück eine angenehme Neuberarbeitung durch Taylors rauhes Organ und seine gekonnten Keyboard-Arrangements. Randall Taylor ist ein afroamerikanischer Sänger und Pianist aus New York, zu dem leitet er verschiedene amerikanische Gospel-Chöre. Zurzeit betreut Taylor einen großen Gospelkirchenchor in Heidelberg. Gabriela Glaser-Mills ist eine sehr vielseitige  Interpretin. Sie versteht es nicht nur, Gospel und Spirituals

 

Um Randall Taylor am Keyboard formiert sich die Gruppe "Gospel meets Classic"

 

 

anzustimmen, sondern ist auch in anderen Musik-Bereichen  wie Musicals, Sing-Standards und Jazz zu Hause. Als Grundlage ihres Schaffens dient Glaser-Mills eine klassische Gesangsausbildung. Somit treffen zwei Künstler aufeinander, die unterschiedlicher eigentlich nicht sein könnten.

Mit kleinen Anmerkungen zu den einzelnen Songs führte Moderator Jens-Peter Giersch durch das Programm. "Der Gospel ging einst aus dem Spiritual hervor", erklärte Giersch. "Als Gospel bezeichnet man dei religiösen Gesänge der afrikanischen Feldarbeiter,

 

  .die im 19. Jahrhundert in den USA als Sklaven gehalten wurden. Die Klassik hingegen wurde fast ausschließlich von den Menschen in Europa geprägt und mitgestaltet." Umso erstaunlicher ist es, dass sich beiden Stilarten "fusionieren" lassen und hierbei eine hörenswerte Melange aufkeimt.

Von diesem gelungenen Crossover-Projekt- als "Crossover" wird eine musikalische Spielart bezeichnet, die Elemente aus diversen Stilrichtungen enthält - konnten sich die zahlreich erschienenen Besucher in Westhofen überzeugen. Die Leute schienen neugierig

 

 

zu sein, was sie denn bei einem solch innovativem Konzert, dass mit der mystischen Überschrift "Gospel meets Classic" angekündigt wurde, erwarten würde. Von Jung bis Alt waren alle Altersklassen in der evangelischen Kirche vertreten.

Wunderschön war das Stück "Hört ihr Augen auf zu weinen" aus der Kantate "Was Gott tut ist wohlgetan" von Johann Sebastian Bach. Dieses opulente Werk intonierten Almut-Maie Fingerle (Gesang), Kisten Kohlmann (Querflöte) und Stephan Aufenanger (Orgel). Es war wohl das puristischste Stück des Abends, da

 

Randall Taylor mit seiner facettenreichen Stimme außen vor bleib. Die Klassik kam bei der Kantate von Bach als Kontrast zum restlichen Repertoire in ihrer reinsten Form zur Geltung.

Als Zugabe brachte das Ensemble das bei Gospel-Konzerten obligatorische "Oh happy Day" zum Besten. Alle fünf Musiker wurden bei dieser Aufführung beansprucht, sogar Moderator Jens-Peter Giersch klatschte und sang während der finalen Nummer zusammen mit den anderen Künstlern euphorisch in einer Reihe mit.

 

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